Lars Barteit - Gemeinderat


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Wir werden örtliche Schwerpunkte fördern, um zukunftsfähige, familienfreundliche Ortszentren zu schaffen und zu erhalten. Hierbei gilt es, die Herausforderungen des demographischen Wandels entschlossen anzunehmen und durch die Stärkung der örtlichen Infrastruktur zu gestalten.


Demographischen Wandel bewältigen
Der demographische Wandel und veränderte Formen des Zusammenlebens erfordern neue Ansätze in der Gemeindeentwicklung. Die Belegungsdichte in Häusern und Wohnungen nimmt weiter ab. Hiervon sind alle Altersschichten der Bevölkerung betroffen. Ältere Menschen, deren Kinder ausgezogen sind oder deren Partner verstorben sind, wie auch jüngere Menschen, die sich getrennt haben, leben oft alleine. Ein Umzug in eine kleinere Wohnung gestaltet sich wegen des geringen Angebots, ein Umzug in eine altersgerechte Umgebung wegen der hohen Kosten oft schwierig. Dadurch steigt die rechnerische Zahl der Wohnquadratmeter pro Einwohner. Dieser Trend droht entweder den Flächenfraß zu beschleunigen oder den Wohnraum zu verteuern. Beides kann nicht Ziel unserer Politik sein.


Innerörtliche Entwicklung stärken
Die Gemeindepolitik kannte in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich die Ausdehnung nach außen. Dadurch wurde der ursprüngliche Lebensraum für Mensch und Natur unwiderruflich verbraucht und die Landschaft umgestaltet. Die Fokussierung auf die Außenentwicklung hatte zur Folge, dass die innerörtlichen Bereiche vernachlässigt wurden. Der Charakter einer Gemeinde macht sich jedoch insbesondere an den Ortskernen mit ihren unverwechselbaren Ausprägungen fest. Neubaugebiete sind dagegen oft austauschbar und gesichtslos.


Flexible Handhabung des Regionalplanes
Es gilt einen Ausgleich zwischen notwendiger Erweiterung der Siedlungsfläche, bezahlbarem Wohnraum und dem Landschaftsschutz zu finden. Wir fordern eine flexiblere Handhabung der Siedlungsentwicklung. Gemeinden, die innerörtliche Flächen nachverdichten, sollten einen Anreiz hierzu bekommen, indem man ihnen mehr Entwicklungspotential zugesteht. Dazu brauchen wir einen atmenden Regionalplan, der Dehnfugen für Kommunen mit besonderen Anforderungen hat. Eberdingen liegt am Rande der Region und nicht an einer Entwicklungsachse. Um die verbliebenen Freiräume zu schützen, soll vermehrt im Innenbereich gebaut werden. Der Regionalplan macht hierfür klare Vorgaben. Am Vorrang der Innen- vor der Außenentwicklung halten wir fest.


Entwicklungspläne für die Ortsteile
Unser Anspruch ist eine gezielte Aufwertung der innerörtlichen Bereiche in unserer Gemeinde. Hierzu werden wir uns für die Erstellung von strategischen Entwicklungsplänen für alle drei Ortsteile einsetzen und auf eine Reduktion des Landschaftsverbrauchs achten. Wir wollen die gewachsene Funktion der Ortszentren stärken. Verdichteter Wohnungsbau sollte wieder als gestalterisches Element eingesetzt werden. Die Bereitstellung von bezahlbaren Wohnungen für junge Familien und Senioren wollen wir fördern.


Erhaltung der örtlichen Nahversorgung
Wir wollen unsere Orte lebendig und liebenswert erhalten. Die Erhaltung der örtlichen Nahversorgung, die bereits jetzt in vielen Kommunen bedroht ist, wird immer wichtiger. Ältere Menschen sind auf sie wegen ihrer sinkenden Mobilität angewiesen. Für junge Familien stellt die örtliche Nahversorgung ein wichtiges Kriterium für die Wohnortwahl dar.


Zukunftsfähige Ortszentren schaffen
Der großflächige Einzelhandel auf der grünen Wiese ist nicht die Lösung der Versorgungsproblematik. Zukunftsfähige Ortszentren bündeln das Angebot von Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Wir wollen zu sammen mit ihnen und dem Gewerbeverein Eberdingen diesbezüglich ein Konzept erarbeiten und umsetzen. Denn bereits jetzt findet in einem Viertel aller Gemeinden in der Region keine Nahversorgung mehr statt. Wir wollen, dass die täglichen Einkäufe bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus gemacht werden können. Dies bedeutet mehr Lebensqualität und vermeidet überflüssigen Autoverkehr.


Eberdingen
In Eberdingen wollen wir im Bereich Stuttgarter Straße ein Projekt "markttreff" planen. Dazu sind Interessenträger wie landwirtschaftliche Direktvermarkter und Bäckerei zusammenzubringen. Ergänzende Angebote wie etwa ein Tagescafé können zusätzlich von Behinderteneinrichtungen betrieben werden. Wir wollen die Kelterstuben in die Gesamtplanung einbeziehen. Das alte Rathaus soll eine bauliche Aufwertung bekommen und für Gemeinschaftszwecke herangezogen werden.


Hochdorf/Enz
In Hochdorf/Enz ist ein Projekt im Bereich rund um das Rathaus und Gasthaus Adler sowie der Bereich zwischen Bäckergasse und Pulverdinger Straße zur Aufwertung des innerörtlichen Bereichs in Angriff zu nehmen. In einem strategischen Handlungsplan wollen wir prüfen lassen, ob "markttreff-ähnliche" Überlegungen unter Einbeziehung der Reithalle, des Lebensmittelmarktes, der Bäckerei und der Metzgerei sowie örtlichen Direktvermarktern möglich ist. Dabei soll die Parkraumsituation berücksichtigt und verbessert werden.


Nussdorf
In Nussdorf wollen wir den Bereich Pappelstraße, Kreuzstraße und Wittumstraße in einem Projekt mit den Schwerpunkten "preiswertes Wohnen für Familien", "barrierefreies Wohnen für ältere Menschen" sowie "kommunale Zwecke" (z.B. ein zentraler Kindergarten) einbringen. In einem weiteren Projekt wollen wir familiengerechtes Wohnen im Bereich Schulstraße, Sackgasse und Kelterstraße voranbringen.


Sanierung kommunaler Gebäude
Mit großer Sorge sehen wir die umfangreichen Maßnahmen, die bereits in den vergangenen Jahren an unseren kommunalen Gebäuden erforderlich waren. Hier werden auch in Zukunft Kosten auf uns zukommen, die unseren Haushalt stark beanspruchen. Wir brauchen Transparenz, um die Auswirkungen auf unsere wirtschaftliche Lage einplanen zu können. Dazu fordern wir die Erstellung einer Übersicht über die durchgeführten und geplanten Sanierungen der kommunalen Gebäude.


Kleingartengebiete
Bei der angestrebten Nachverdichtung in der Ortsmitte in Hochdorf/Enz werden wir auf den Erhalt des innerörtlichen Charakters achten und einen sparsamen Landschaftsverbrauch einfordern. In Eberdingen werden wir uns für den Erhalt des Kleingartengebietes einsetzen.


Daseinsvorsorge
Die Lieferung von Strom, Gas und Heizöl wird von Monopolisten und Oligopolisten bestimmt. Auch im Falle der Wasserversorgung entstand ein Abhängigkeit von großen Anbietern. Dies wirkt sich auch auf uns in Eberdingen aus. Wir wollen eine Versorgungssicherheit gewährleisten. Die Preise müssen erschwinglich bleiben. Dazu sollten eigene Ressourcen gesichert und ausgebaut werden. Wir fordern darüber hinaus die Prüfung von gemeindeübergreifenden Lösungen zum Rückkauf von Stromnetzen von den Energiekonzernen.


Kommunale Wirtschaftspolitik
Die Gewerbesteuer ist nach der Einkommensteuer die wichtigste Einnahmequelle, die uns ein gestalterisches Handeln in der Gemeinde ermöglicht. Aus unserer Sicht liegen die höchsten Risiken darin, dass davon ein hoher Anteil der Gewerbesteuer von wenigen Unternehmen erwirtschaftet wird. Hier ist sicherzustellen, dass weder durch nennenswerte Abwanderungen oder sonstige negative Bedingungen wie etwa in der Infrastruktur sich nachteilige Ereignisse entwickeln. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Umfeldbedingungen geschaffen werden, die diese wichtige Einnahmequelle stabilisieren.


Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein
Die Weiterführung der Zusammenarbeit der Gemeinde und dem Gewerbeverein ist hierbei von zentraler Bedeutung. Wir fordern die Erarbeitung einer Studie über Entwicklungsmöglichkeiten bei der kommunalen Wirtschaftpolitik. Hierdurch wollen wir zur Sicherung der Arbeitsplätze in unserer Gemeinde und zur Stabilisierung des Faktors Gewerbesteuer einen wichtigen Beitrag leisten.


Gewerbeleerstände
Neben der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets "Pulverdinger Weg" sind die Gewerbeleerstände innerhalb unserer Gemeinde inzwischen das zentrale wirtschaftspolitische Thema. Beispiele hierfür gibt es genug: Die Gebäude der etlicher Firmen stehen zum Teil leer bzw. werden nicht mehr genutzt. Die Nutzung von Leerständen geht für uns vor die Neuerschließung von Gewerbeflächen außerhalb der Bebauung. Dennoch verschließen wir uns nicht der wirtschaftspolitischen Realität, wenn es um die notwendige Erweiterung oder Zusammenlegung von Unternehmen an neuen Standorten geht. Die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen ist gerade in Krisenzeiten von großer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund fordern wir ein kommunales, wirtschaftspolitisches Konzept zur konsequenten Wiederbelebung der Gewerbebrachen. Hierbei ist ein Leerstandskataster zu erstellen und gemeinsam mit den Eigentümern eine Koordinierung der Nutzung anzustreben.


Existenzgründer stärken
Neue Arbeitsplätze entstehen vor allem in innovativen, jungen Unternehmen. Vitale Orte benötigen engagierte Selbständige. Gerade im Dienstleistungsbereich brauchen Existenzgründerinnen und Existenzgründer Unterstützung. Hier besteht Handlungsbedarf, da die Zahl der Existenzgründungen in der Region Stuttgart seit einigen Jahren leider wieder rückläufig ist. Sinnvoll ist hierbei nicht nur eine Starthilfe der Existenzgründungen, sondern eine gezielte Begleitung innerhalb der ersten Jahre. Wir wollen die Förderung von Existenzgründungen auch unter Einbeziehung der regionalen Wirtschaftförderung und dem geplanten Wirtschaftförderer des Landeskreises Ludwigsburg in der Gemeinde voranbringen.

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