gemeinde
Die Verkehrsprobleme in unserer Region - Stichworte Stau, Lärm und Feinstaub - lassen sich nach unserer Überzeugung auch in Zukunft nur mit einem weiteren Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) lösen. Durch eine sinnvolle Steuerung der Verkehre wollen wir die Attraktivität der Ortsteile erhöhen. Wir wollen den inner- und interkommunalen Verkehr besser abstimmen.
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Der nach dem Regionalplan anstehende Regionalverkehrsplan soll besondere Schwerpunkte im ÖPNV setzen, damit eine spürbare Steigerung der Nutzer erreicht werden kann. Hierbei kann auch die Gemeinde Einfluss nehmen. Das Buskonzept in der Fläche ist neu zu überdenken und an die erhöhten Anforderungen anzupassen. Für uns steht die Forderung nach Taktverdichtungen und -verlängerungen im Nahverkehrsystem der Region im Zentrum. Denn ein attraktiver ÖPNV muss immer mit den veränderten Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen Schritt halten. Nur wenn das Angebot für die Menschen stimmt, gelingt es, sie auch vom Nutzen des ÖPNV zu überzeugen.
Mobilitätsangebot
Im Zuge des demografischen Wandels entwickeln die Altersgruppen der Bevölkerung zunehmend ein unterschiedliches Verkehrsverhalten. Dies muss bei den Planungen für den ÖPNV berücksichtigt werden. Wir fordern die Schaffung eines solchen Mobilitätsangebots, das die Attraktivität des ÖPNV zu bezahlbaren Preisen auch für neue Benutzergruppen steigert. Wir wollen eine Weiterentwicklung des VVS-Gemeinschaftstarifs mit Verringerung der Tarifzonen und Aufwertung der Tageskarten zu echten 24-Stunden-Karten. Ferner werden wir uns dafür einsetzen, dass einheitliche Tickets für ÖPNV-Benutzer eingeführt werden, die in der gesamten Metropolregion Stuttgart gelten. Dazu zählen insbesondere auch preisgünstige Studi-Tickets und die Einführung einer flexiblen Mehr-Tageskarte für die wachsende Zahl an Teilzeitkräften, die nur zwei oder drei Tage in der Woche arbeiten und für die deshalb eine Monatskarte kein adäquates Angebot darstellt.
Linienbündelung und -verbesserungen
Die Überlegungen zur kreisweiten Bündelung von Linen lehnen wir entschieden ab. Wir stehen hinter den örtlichen Verkehrsunternehmen und sprechen uns gegen eine verstärkte Einflussnahme von überregionalen Anbietern im Bereich des ÖPNV aus. Es gilt eine Partnerschaft zu stärken, die den Erhalt auch wirtschaftlich schwacher, aber notwendiger Strecken beinhaltet und eine Flexibilität bei der Bereitstellung von Fahrzeugen und der Einrichtung von Haltestellen bietet.
Nachtbusse
Die räumliche Lage Eberdingens am Rande der Region Stuttgart und die fehlende Schienenverkehranbindung erfordert gerade auch für jüngere Menschen ein gutes und verlässliches Nachtbusnetz. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Verkehrsbedienungsvertrag zur Fortführung des Nachtbusnetzes im Landkreis Ludwigsburg auch in Zukunft verlängert wird.
Häufigere Verkehrschauen
In den letzten Jahren ist der Dialog zwischen Gemeinde, Verkehrsbehörden, Polizei und der Bürgerschaft nicht mit der Konsequenz geführt worden, welche der Wichtigkeit des Themas angemessen wäre. Wir werden uns verstärkt dafür einsetzen, dass die Verkehrsschau wieder regelmäßig stattfindet und die Bürgerschaft hierüber besser informiert wird.
Verkehrsbelastung und -lenkung
Die Verkehrssituation im Ortsteil Hochdorf/Enz kennt einige neuralgische Punkte, die immer wieder zu massiven Beschwerden der Anwohner und Anlieger führen. Bereits 2008 haben wir im Gemeinderat beantragt, die Verkehrssituation im Ortsteil Hochdorf/Enz untersuchen zu lassen. Ziel der Untersuchung ist, die tatsächliche Belastung kennenzulernen und Konzepte für die bessere Leitung und Steuerung des Verkehrs zu entwickeln. Derzeit laufen Messungen mit dem von der Gemeinde neu angeschafften Radardisplays über einen längeren Zeitraum. Da hierbei lediglich Fahrzeugzahlen ermittelt werden, kann dies nur ein erster Schritt zur Ermittlung der Verkehrsbelastung sein. Gerade im Hinblick auf den zunehmenden Schwerlastverkehr benötigen wir verlässliche Zahlen, die auch die Verkehrsströme differenziert nach Kfz- und Schwerlastverkehr erfassen. Hierfür werden wir uns einsetzen. Zur Entlastung der Menschen vom Schwerlastverkehr und für eine leistungsfähige Wirtschaft ist darüber hinaus ein abgestimmtes Logistikkonzept mit einem Güterverkehrszentrum in unserer Region unerlässlich.
Verkehrssicherheit
Während nach längerer Diskussion und zähen Verhandlungen mit der Vaihinger Verkehrsbehörde nunmehr eine Lösung für die Querung der Stuttgarter Straße in Eberdingen gefunden wurde, bleibt die Situation in Hochdorf/Enz weiterhin ein Ärgernis. Von Seiten der Gemeinde wurden die notwendigen Schritte für den Bau eines Gehweges an der Hemminger Straße durchgeführt. Die CDU/FDP-Regierung in Stuttgart blockiert nach wie vor die zügige Umsetzung der Planungen. Ferner ist insbesondere bei dem Übergang zwischen Vereinsheim und Sportplatz in der Rieter Straße dringend eine Lösung zu finden. Generell sollte geprüft werden, ob durch bauliche Maßnahmen an den Ortseingängen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge reduziert werden kann. Des Weiteren werden wir uns für eine bessere Einfädelungsmöglichkeit auf die B10 beim Hochwald einsetzen.
Weniger Verkehrszeichen
Neben einem verbesserten Schutz der Verkehrsteilnehmer wollen wir die Verantwortung für die Teilnahme am Verkehr erhöhen. Hier werden wir darauf hinwirken, dass in unserer Gemeinde die Zahl der Verkehrszeichen abgebaut wird.